Das Pflanzen und Vermehren dieser faszinierenden Spezies bietet jedem Hobbygärtner die Möglichkeit, seine Sammlung auf einfache Weise zu erweitern. Es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als zu beobachten, wie aus einem kleinen Steckling eine prachtvolle Pflanze heranwächst. Dabei ist der Prozess gar nicht so kompliziert, wie man es bei einer solch exotischen Schönheit vermuten könnte. In den folgenden Abschnitten erfährst du, wie du beim Einpflanzen und bei der Vermehrung am besten vorgehst.
Der korrekte Pflanzprozess
Bevor du mit dem Pflanzen beginnst, solltest du alle notwendigen Materialien wie Töpfe, Substrat und Werkzeuge bereitlegen. Sauberkeit ist hierbei oberstes Gebot, um keine Krankheitserreger in das frische Substrat einzuschleppen. Der Topf sollte über genügend Löcher verfügen, damit überschüssiges Wasser ungehindert abfließen kann. Eine Drainage aus Kies oder Blähton verhindert, dass die empfindlichen Wurzeln direkt im Wasser stehen.
Fülle den Topf zunächst etwa zu einem Drittel mit dem vorbereiteten Substrat an. Setze die Pflanze mittig ein und achte darauf, dass die Wurzeln genügend Platz haben und nicht geknickt werden. Fülle die Hohlräume vorsichtig mit Erde auf und klopfe den Topf zwischendurch leicht auf den Tisch. Dies hilft dabei, größere Lufteinschlüsse im Boden zu eliminieren, ohne die Erde zu stark zu verdichten.
Es ist wichtig, dass die Pflanze nach dem Einsetzen stabil steht, aber nicht zu fest angedrückt wird. Die Oberkante des Wurzelballens sollte etwa zwei Zentimeter unter dem Topfrand liegen, um einen Gießrand zu lassen. So verhinderst du, dass beim Wässern Erde über den Rand gespült wird. Ein erster kräftiger Schluck Wasser hilft den Wurzeln, den Kontakt zum neuen Substrat herzustellen.
Nach dem Pflanzen solltest du die Pflanze für einige Tage an einen etwas schattigeren Ort stellen. Dies gibt ihr die nötige Ruhe, um den Stress des Umzugs zu verarbeiten und erste neue Wurzelhärchen zu bilden. Vermeide in dieser sensiblen Phase direkte Zugluft oder starke Temperaturschwankungen. Sobald du den ersten neuen Blattaustrieb entdeckst, ist die Pflanze erfolgreich angewachsen.
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Vermehrung durch Kopfstecklinge
Die Vermehrung über Kopfstecklinge ist die gängigste Methode, um schnell neue Exemplare zu gewinnen. Wähle hierfür einen gesunden Trieb aus, der mindestens zwei bis drei voll entwickelte Blätter besitzt. Schneide den Steckling etwa einen Zentimeter unterhalb eines Knotens mit einem scharfen, sauberen Messer ab. An diesen Knotenpunkten befinden sich die Anlagen für die neuen Wurzeln.
Du kannst den Steckling entweder direkt in ein Glas mit Wasser stellen oder in ein lockeres Vermehrungssubstrat stecken. Im Wasserglas hast du den Vorteil, dass du den Fortschritt der Wurzelbildung täglich beobachten kannst. Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt werden, um Fäulnisprozesse und Algenbildung zu vermeiden. Es dauert meist zwei bis vier Wochen, bis sich ausreichend lange Wurzeln gebildet haben.
Wenn die Wurzeln etwa drei bis fünf Zentimeter lang sind, kann der Steckling in einen kleinen Topf mit Erde gepflanzt werden. Gehe dabei besonders vorsichtig vor, da die Wasserwurzeln sehr brüchig sind. Halte das Substrat in der ersten Zeit gleichmäßig feucht, um den Übergang vom Wasser in die Erde zu erleichtern. Eine Plastiktüte über dem Topf kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen und das Anwachsen fördern.
Stecklinge, die direkt in die Erde gesetzt werden, sollten vorab eventuell mit einem Bewurzelungshormon behandelt werden. Dies ist jedoch bei dieser Art meist nicht zwingend erforderlich, da sie sehr regenerationsfreudig ist. Achte darauf, dass die Erde nie ganz austrocknet, aber auch nicht klatschnass ist. An einem warmen, hellen Ort ohne direkte Sonne entwickeln sich die kleinen Ableger meist prächtig.
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Teilung des Wurzelballens
Die Teilung ist eine hervorragende Methode, um große und ältere Pflanzen zu verjüngen und gleichzeitig zu vermehren. Dies geschieht am besten im Frühjahr beim regulären Umtopfen der Mutterpflanze. Nimm die Pflanze vorsichtig aus ihrem Gefäß und schüttle die lose Erde von den Wurzeln ab. Du wirst sehen, dass die Pflanze aus mehreren Triebgruppen besteht, die einzeln voneinander getrennt werden können.
Ziehe die Wurzelballen vorsichtig mit den Händen auseinander oder nutze ein sauberes Messer für hartnäckige Verbindungen. Achte darauf, dass jeder neue Teilabschnitt über genügend Wurzeln und mindestens einen gesunden Trieb verfügt. Zu kleine Teilstücke brauchen deutlich länger, um sich zu etablieren und kräftig zu wachsen. Entferne bei dieser Gelegenheit auch gleich alle vertrockneten oder beschädigten Wurzelteile.
Pflanze die gewonnenen Teilstücke sofort in frisches, lockeres Substrat ein, um ein Austrocknen der feinen Wurzeln zu verhindern. Verwende Töpfe, die der Größe des jeweiligen Wurzelballens angemessen sind. Die Pflege nach der Teilung entspricht der einer frisch umgetopften Pflanze. Es kann sein, dass die Teilstücke anfangs etwas schlapp wirken, was jedoch ein völlig normaler Prozess ist.
Nach der Teilung solltest du die neuen Pflanzen nicht sofort düngen, da die verletzten Wurzeln empfindlich reagieren könnten. Die hohe Nährstoffkonzentration im frischen Substrat reicht vollkommen aus. Besprühe die Blätter regelmäßig mit Wasser, um die Verdunstung zu minimieren, während die Wurzeln anwachsen. Schon nach wenigen Wochen werden die geteilten Pflanzen wieder voller Energie und Lebenskraft strotzen.
Pflege der jungen Triebe
Junge Pflanzen und frisch bewurzelte Stecklinge sind empfindlicher als etablierte Exemplare. Ihr Wurzelwerk ist noch nicht so ausgeprägt, weshalb sie Schwankungen in der Wasserversorgung schlechter tolerieren. Achte darauf, dass die Erde konstant leicht feucht bleibt, ohne dass Staunässe entsteht. Ein kleiner Sprühnebel am Morgen unterstützt die Vitalität der jungen Blätter spürbar.
Die Lichtintensität für Jungpflanzen sollte moderat sein, da ihre zarten Blätter schneller verbrennen können. Ein Platz an einem hellen Nordfenster oder etwas abseits eines sonnigen Fensters ist ideal. Zu viel Schatten hingegen führt zu langen, dünnen Trieben, die keine Stabilität besitzen. Drehe den Topf regelmäßig, damit die Pflanze von allen Seiten gleichmäßig Licht bekommt und gerade wächst.
In den ersten Monaten ist kein zusätzlicher Dünger notwendig, wenn du ein hochwertiges Substrat verwendet hast. Zu frühes Düngen kann die empfindlichen jungen Wurzeln schädigen und das Wachstum hemmen. Beginne erst mit einer sehr schwachen Düngerkonzentration, wenn du siehst, dass die Pflanze aktiv neue Blätter schiebt. Beobachte die Abstände zwischen den Blättern, um festzustellen, ob das Lichtangebot ausreicht.
Wenn die jungen Triebe eine gewisse Größe erreicht haben, kannst du beginnen, sie vorsichtig in Form zu bringen. Das Entfernen von welken Blättern fördert nicht nur die Optik, sondern beugt auch Pilzbefall vor. Mit ein wenig Geduld entwickeln sich die kleinen Ableger innerhalb eines Jahres zu stattlichen Zimmerpflanzen. Es ist eine große Freude zu sehen, wie die Bemühungen bei der Vermehrung Früchte tragen.