Der anbau von porree im eigenen garten beginnt mit der richtigen planung und der entscheidung zwischen verschiedenen sortentypen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen sommer-, herbst- und winterporree, die jeweils spezifische ansprüche an die entwicklungsdauer und kälteresistenz stellen. Du solltest dir vorab überlegen, zu welchem zeitpunkt du das gemüse ernten möchtest, um die passende aussaatzeit zu wählen. Mit dem richtigen wissen über die vermehrung und den anbau sicherst du dir eine lückenlose versorgung über das gesamte jahr.
Sommerporree wächst sehr schnell und hat meist längere, hellere schäfte, die bereits im juli geerntet werden können. Herbstsorten sind robuster und vertragen auch die ersten leichten fröste ohne probleme, während wintersorten extrem kälteresistent sind. Du kannst durch die kombination verschiedener sorten die erntezeit erheblich ausdehnen und fast das ganze jahr über frisches lauchgemüse genießen. Jede sorte hat ihre eigenen vorzüge bezüglich des geschmacks und der konsistenz, was die abwechslung in der küche erhöht.
Die vermehrung erfolgt in der regel über samen, die entweder direkt ins beet gesät oder in schalen vorgezogen werden. Eine vorkultur im haus oder gewächshaus bietet den vorteil, dass die pflanzen bereits einen vorsprung haben, wenn sie ins freiland kommen. Du solltest hochwertiges saatgut verwenden, um eine gute keimrate und kräftige jungpflanzen zu garantieren. Da porreesamen nur begrenzt keimfähig bleiben, ist es ratsam, jedes jahr frisches saatgut zu erwerben oder eigenes sorgfältig zu lagern.
Der anbau von porree erfordert geduld, da die entwicklungszeit von der aussaat bis zur ernte mehrere monate in anspruch nehmen kann. Du wirst jedoch feststellen, dass der geschmack von selbst gezogenem porree wesentlich intensiver ist als bei gekaufter ware. Durch die kontrolle über die bodenbedingungen und die düngung bestimmst du selbst die qualität deines gemüses. Ein erfolgreicher anbau ist kein geheimnis, sondern das ergebnis von präzision und der einhaltung der richtigen zeitabläufe.
Aussaat und anzucht der jungpflanzen
Die aussaat beginnt für frühe sorten bereits im januar oder februar unter glas oder auf der warmen fensterbank. Du solltest flache schalen mit nährstoffarmer anzuchterde füllen und die feinen samen gleichmäßig darauf verteilen. Eine dünne schicht erde über dem saatgut sorgt für die nötige dunkelheit und feuchtigkeit während der keimphase. Achte darauf, dass die temperaturen konstant zwischen 15 und 20 grad liegen, damit die keimung zügig und gleichmäßig erfolgt.
Sobald die ersten grünen spitzen zu sehen sind, benötigen die kleinen sämlinge sehr viel licht, um nicht zu vergeilen und schwach zu werden. Ein kühlerer standort nach der keimung fördert ein gedrungenes und kräftiges wachstum der jungen lauchpflanzen. Du solltest die erde immer leicht feucht halten, aber staunässe unbedingt vermeiden, da die feinen wurzeln sonst schnell faulen können. Regelmäßiges lüften am fenster oder im gewächshaus beugt zudem pilzerkrankungen vor, die in gespannter luft leicht entstehen.
Wenn die pflänzchen etwa die dicke eines streichholzes erreicht haben, können sie bei bedarf in größere gefäße pikiert werden. Viele gärtner lassen sie jedoch in den schalen stehen, bis sie die gewünschte größe für das umpflanzen ins freiland erreicht haben. Du kannst die spitzen der blätter leicht einkürzen, um die verdunstung zu reduzieren und das wurzelwachstum zu stimulieren. Dieser schritt stärkt die widerstandsfähigkeit der pflanzen für den bevorstehenden umzug in den gartenboden.
Bevor die jungen porreepflanzen endgültig ins beet umziehen, sollten sie über einige tage hinweg an die außenluft gewöhnt werden. Dieses sogenannte abhärten verhindert einen pflanzschock durch direkte sonne oder wind am ersten tag im freien. Du kannst die schalen tagsüber an einen geschützten platz stellen und sie abends wieder ins haus holen. Nach etwa einer woche sind sie bereit, ihren endgültigen platz im gemüsegarten einzunehmen und dort kräftig weiterzuwachsen.
Zeitpunkt und vorbereitung der auspflanzung
Der beste zeitpunkt für das auspflanzen von sommer- und herbstporree liegt meist zwischen april und mai, wenn keine dauerfröste mehr zu erwarten sind. Für den winterporree kann die pflanzung sogar erst im juni oder juli erfolgen, da er eine längere entwicklungszeit benötigt. Du solltest den wetterbericht im auge behalten und einen trüben oder leicht regnerischen tag für diese arbeit wählen. So verdunsten die jungen pflanzen weniger wasser und können sich schneller im neuen boden etablieren.
Die vorbereitung des beetes sollte bereits einige tage vor dem pflanzen abgeschlossen sein, damit sich die erde setzen kann. Du solltest den boden tiefgründig lockern und organischen dünger wie hornmehl oder reifen kompost einarbeiten. Eine ebene oberfläche erleichtert das spätere ziehen der pflanzgräben oder löcher und sorgt für ein ordentliches erscheinungsbild. Achte darauf, dass das beet frei von großen erdklumpen oder wurzelresten ist, die das junge wurzelwachstum behindern könnten.
Ein bewährtes verfahren ist das ziehen von tiefen rillen, in die die pflanzen gesetzt werden, was das spätere anhäufeln vereinfacht. Die rillen sollten einen abstand von etwa 30 bis 40 zentimetern haben, um genügend platz für die pflegearbeiten zu lassen. Du kannst den boden in den rillen nochmals leicht lockern, um den wurzeln den weg in die tiefe zu erleichtern. Eine gute vorbereitung ist die halbe miete für eine erfolgreiche kultur und spart dir im sommer viel arbeit.
Kurz vor dem pflanzen solltest du die jungpflanzen in der schale noch einmal kräftig wässern, damit der erdballen gut zusammenhält. Du kannst die pflanzen vorsichtig aus der erde heben und darauf achten, die wurzeln so wenig wie möglich zu verletzen. Wenn du die pflanzen in einem bündel kaufst, solltest du sie vorsichtig voneinander trennen, um die feinen wurzelfasern zu schonen. Bereite nur so viele pflanzen vor, wie du in kurzer zeit auch tatsächlich in die erde bringen kannst.
Richtige pflanztechnik im gemüsegarten
Die pflanztechnik bei porree unterscheidet sich deutlich von anderen gemüsearten, da wir einen möglichst langen weißen schaft anstreben. Du solltest mit einem pflanzholz tiefe löcher von etwa 15 bis 20 zentimetern in den boden bohren. In jedes loch wird nur eine pflanze gesetzt, wobei du darauf achten musst, dass sie aufrecht steht. Es ist nicht notwendig, das loch mit erde aufzufüllen, da dies durch das gießen und den natürlichen zerfall der ränder von selbst geschieht.
Das sogenannte „einschlämmen“ direkt nach dem setzen ist entscheidend, damit die wurzeln sofort kontakt zum feuchten boden bekommen. Du solltest vorsichtig wasser in jedes pflanzloch geben, bis die erde die wurzeln sanft umschließt. Durch diese methode bleibt oben im loch genügend platz, damit sich der schaft im dunkeln entwickeln und bleichen kann. Du wirst sehen, dass die pflanzen innerhalb weniger tage fest im boden verankert sind und mit dem wachstum beginnen.
Der abstand zwischen den einzelnen pflanzen in der reihe sollte etwa 15 zentimeter betragen, damit sie sich nicht gegenseitig bedrängen. Ein zu dichter stand fördert die feuchtigkeit zwischen den pflanzen und kann die ausbreitung von pilzkrankheiten begünstigen. Du solltest den pflanzen genug raum geben, damit sie ihre volle dicke erreichen können, ohne sich das licht wegzunehmen. Eine gleichmäßige verteilung im beet sorgt zudem für eine harmonische entwicklung der gesamten kulturfläche.
Achte beim einsetzen darauf, dass das herz der pflanze, also der punkt, an dem die neuen blätter austreten, nicht mit erde bedeckt wird. Wenn erde in das herz gelangt, kann dies zum faulen der gesamten pflanze führen oder das wachstum massiv hemmen. Du solltest die pflanztiefe so wählen, dass nur die wurzeln und der untere teil des schaftes im loch verschwinden. Mit ein wenig übung wird dir dieser vorgang schnell von der hand gehen und zu erstklassigen ergebnissen führen.
Möglichkeiten der vegetativen vermehrung
Obwohl die vermehrung über samen der standard ist, bietet porree auch interessante möglichkeiten für die vegetative vermehrung. Manchmal bilden sich an der basis älterer pflanzen kleine seitentriebe oder brutknöllchen, die du zur gewinnung neuer pflanzen nutzen kannst. Du solltest diese vorsichtig abtrennen, wenn sie bereits eigene kleine wurzeln entwickelt haben, und sie in töpfe oder ein separates anzuchtbeet setzen. Diese methode ist besonders nützlich, wenn du eine besonders gute sorte ohne neukauf von saatgut erhalten möchtest.
Eine weitere spannende technik ist das nachwachsenlassen aus dem wurzelstock eines bereits geernteten porrees. Wenn du den unteren teil des schaftes mit dem wurzelansatz etwa zwei bis drei zentimeter lang stehen lässt, kannst du ihn in ein wasserglas stellen. Nach kurzer zeit treiben aus der mitte neue grüne blätter aus, die du später wieder in die erde pflanzen kannst. Diese methode eignet sich hervorragend für die kleine küchenkultur oder um die lebensdauer einer lieblingspflanze zu verlängern.
Es ist jedoch zu beachten, dass vegetativ vermehrte pflanzen oft weniger kräftig wachsen als solche aus frischem saatgut. Du solltest diese technik eher als ergänzung oder experiment betrachten und nicht für die hauptkultur deines gemüsegartens einplanen. Die gefahr der übertragung von krankheiten ist bei dieser art der vermehrung ebenfalls etwas höher, da pathogene im pflanzgewebe verbleiben können. Trotzdem macht es spaß, die regenerationskraft dieses gemüses zu beobachten und so neues leben zu schaffen.
Wenn du eigenen samen gewinnen möchtest, musst du einige pflanzen überwintern lassen, da porree eine zweijährige pflanze ist. Im zweiten jahr bildet die pflanze einen imposanten, kugelförmigen blütenstand, der zahlreiche insekten anlockt und später die samen produziert. Du solltest die samenkapseln erst ernten, wenn sie vollkommen trocken und braun gefärbt sind, um eine hohe keimfähigkeit zu sichern. Das sammeln eigener samen ist der krönende abschluss des anbauzyklus und macht dich als gärtner ein stück weit unabhängiger.