Die Wahl des passenden Zeitpunkts für die Pflanzung der Mehlbeere ist der erste Schritt zu einem erfolgreichen Anwachsen im Garten. Idealerweise planst du diese Arbeit für den späten Herbst ein, wenn der Baum sein Laub bereits abgeworfen hat. In dieser Phase befindet sich die Pflanze in der Saftruhe und kann ihre gesamte Energie in die Ausbildung neuer Wurzeln stecken. Die feuchte Witterung des Herbstes unterstützt den Boden dabei, sich gut um die Wurzelballen zu schließen.
Alternativ ist auch eine Pflanzung im zeitigen Frühjahr möglich, bevor der erste Austrieb der Knospen beginnt. Du musst dann jedoch besonders konsequent auf eine ausreichende Bewässerung achten, da die Tage schnell wärmer werden können. Junge Pflanzen reagieren im Frühjahr empfindlicher auf Trockenperioden als im feuchten Herbstboden. Dennoch bietet das Frühjahr den Vorteil, dass du das Wachstum des Baumes direkt von Anfang an beobachten kannst.
Bei Containerpflanzen, die bereits einen festen Wurzelballen im Topf haben, bist du zeitlich etwas flexibler aufgestellt. Diese können theoretisch das ganze Jahr über gesetzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist und keine extreme Hitze herrscht. Ich empfehle dir jedoch trotzdem die kühleren Übergangszeiten, um dem Baum den Stress der Umpflanzung so gering wie möglich zu machen. Ein bewusster Start zur richtigen Zeit spart der Pflanze viel Kraft und dir spätere Sorgen.
Beachte bitte auch die lokalen Wettervorhersagen, bevor du mit dem Spaten zur Tat schreitest. Ein regenreicher Tag nach der Pflanzung ist oft hilfreicher als jede künstliche Bewässerung mit dem Gartenschlauch. Vermeide Pflanzungen bei starkem Frost, da dies die feinen Haarwurzeln unwiederbringlich schädigen könnte. Mit ein wenig Planung findest du das perfekte Zeitfenster für deinen neuen Gartenbewohner.
Pflanzvorgang
Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Ausheben eines ausreichend großen Pflanzlochs. Dieses sollte mindestens doppelt so breit und anderthalbmal so tief sein wie der eigentliche Wurzelballen der Mehlbeere. Du solltest die Seitenwände des Lochs mit einer Grabgabel etwas auflockern, damit die Wurzeln später leichter in das umliegende Erdreich eindringen können. Eine gute Vorbereitung des Untergrunds ist entscheidend für die Standfestigkeit in den kommenden Jahren.
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Bevor du den Baum einsetzt, empfiehlt es sich, den Wurzelballen in einem Eimer mit Wasser gründlich vollzusaugen. Setze den Baum dann so tief in das Loch, dass die Oberkante des Ballens bündig mit der Erdoberfläche abschließt. Zu tiefes Pflanzen kann zu Sauerstoffmangel an den Wurzeln führen, während zu flaches Pflanzen den Ballen austrocknen lässt. Richte den Baum gerade aus, bevor du beginnst, das Loch mit einer Mischung aus Aushub und etwas Kompost zu füllen.
Während des Verfüllens solltest du die Erde zwischendurch immer wieder leicht mit dem Fuß festtreten, um Hohlräume zu vermeiden. Achte dabei darauf, die Wurzeln nicht zu beschädigen, sondern nur einen guten Bodenkontakt herzustellen. Ein Gießrand aus Erde um den Stamm herum hilft dabei, das Wasser später direkt an die Wurzeln zu leiten. Nach dem Pflanzen ist ein kräftiges Angießen obligatorisch, auch wenn es gerade regnet.
Bei größeren Exemplaren ist es ratsam, einen Stützpfahl auf der dem Wind zugewandten Seite einzuschlagen. Dieser verhindert, dass der junge Baum bei Sturm hin und her geworfen wird und die frischen Feinwurzeln wieder abreißen. Verbinde den Stamm mit einer weichen Kokoskordel oder einem speziellen Baumband am Pfahl. Nach etwa zwei bis drei Jahren hat sich der Baum meist so gut etabliert, dass er ohne Stütze auskommt.
Generative Vermehrung
Die Vermehrung der Mehlbeere über Samen ist ein spannender Prozess, der jedoch etwas Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. Die Samen befinden sich in den orange-roten Früchten, die du im Herbst sammeln kannst, sobald sie vollreif sind. Du musst das Fruchtfleisch gründlich entfernen, da es keimhemmende Stoffe enthält, die den Prozess behindern würden. Die gereinigten Samen sollten danach nicht vollständig austrocknen, sondern leicht feucht gelagert werden.
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Da die Samen der Mehlbeere Kaltkeimer sind, benötigen sie eine Frostperiode, um die natürliche Keimsperre zu überwinden. Du kannst die Samen entweder direkt im Herbst in ein vorbereitetes Beet im Freiland aussäen oder sie stratifizieren. Bei der Stratifikation mischt man die Samen mit feuchtem Sand und lagert sie für einige Wochen im Kühlschrank. Dieser künstliche Winter simuliert die Natur und bereitet die Samen auf das Keimen im Frühjahr vor.
Im Frühling werden die vorbereiteten Samen dann in Aussaaterde ausgebracht und nur leicht mit Erde bedeckt. Halte das Substrat gleichmäßig feucht, aber vermeide stauende Nässe, die zu Fäulnis führen könnte. Die ersten Keimlinge zeigen sich oft erst nach einigen Wochen und wachsen anfangs recht langsam. Es ist wichtig, die jungen Pflanzen vor direkter Mittagssonne und Schneckenfraß zu schützen.
Diese Methode der Vermehrung führt zu genetisch unterschiedlichen Individuen, was die Vielfalt in deinem Garten erhöht. Es dauert natürlich einige Jahre, bis aus einem kleinen Sämling ein stattlicher Strauch oder Baum geworden ist. Für einen Hobbygärtner ist es jedoch eine sehr befriedigende Erfahrung, den gesamten Lebenszyklus von Anfang an zu begleiten. Die so gezogenen Bäume sind oft besonders gut an die spezifischen Bedingungen deines Standorts angepasst.
Vegetative Methoden
Wenn du eine ganz bestimmte Eigenschaft eines Baumes erhalten möchtest, sind vegetative Vermehrungsmethoden wie Stecklinge oder Veredelung besser geeignet. Stecklinge werden im Frühsommer von halbverholzten Trieben geschnitten und in ein lockeres Vermehrungssubstrat gesteckt. Die Luftfeuchtigkeit sollte dabei hoch gehalten werden, weshalb eine Abdeckung mit einer transparenten Folie sehr hilfreich sein kann. Es dauert oft mehrere Monate, bis sich genügend Wurzeln für ein Umtopfen gebildet haben.
Eine weitere Möglichkeit ist das Absenken von bodennahen Zweigen, die direkt im Erdreich fixiert werden. An der Kontaktstelle zum Boden bilden sich nach einiger Zeit Wurzeln, woraufhin der neue Trieb von der Mutterpflanze getrennt werden kann. Diese Methode ist sehr sicher, erfordert aber, dass der Baum über geeignete, tiefliegende Äste verfügt. Es ist eine langsame, aber sehr natürliche Art, neue Pflanzen zu gewinnen.
Die Veredelung ist die professionellste Methode, wird aber meist nur in Baumschulen im großen Stil praktiziert. Dabei wird ein Edelreis der gewünschten Sorte auf eine robuste Unterlage kopuliert, um die besten Eigenschaften beider Pflanzen zu kombinieren. Für den Hausgebrauch ist dies meist zu aufwendig und erfordert viel Übung in der Schnittführung. Dennoch ist es die einzige Weise, um sortenechte Exemplare der Mehlbeere zuverlässig zu vervielfältigen.
Egal für welche Methode du dich entscheidest, die Vermehrung der Mehlbeere macht Freude und spart zudem Kosten. Du kannst so auch seltene Exemplare aus deiner Region erhalten und weitergeben. Achte immer auf sauberes Werkzeug, um die Übertragung von Krankheiten während der Vermehrung zu vermeiden. Mit etwas Ausdauer wirst du bald stolzer Besitzer von mehreren kleinen Mehlbeeren sein.