Die Pflanzung von Efeu ist der erste Schritt zu einer dauerhaften Begrünung von Flächen oder vertikalen Strukturen im Garten. Da Hedera-Arten sehr anpassungsfähig sind, gelingt das Anwachsen in der Regel ohne größere Schwierigkeiten. Dennoch gibt es einige Details zu beachten, damit die jungen Pflanzen schnell Fuß fassen und gesund wachsen können. Eine sorgfältige Planung erspart dir später mühsame Korrekturen an der Platzierung oder der Bodenstruktur.
Beim Einsetzen in die Erde solltest du darauf achten, dass das Pflanzloch groß genug ist, um den Wurzelballen locker aufzunehmen. Eine gute Vorbereitung des Bodens mit reifem Kompost fördert die schnelle Wurzelbildung und gibt der Pflanze einen Wachstumsschub. Es empfiehlt sich, die Jungpflanze vor dem Einsetzen in einen Eimer mit Wasser zu stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. So ist der Wurzelballen von Anfang an optimal mit Feuchtigkeit versorgt.
Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen hängt stark vom gewünschten Verwendungszweck und der Wuchskraft der Sorte ab. Für eine schnelle Flächendeckung am Boden rechnet man meist mit vier bis sechs Pflanzen pro Quadratmeter. Wenn du eine Wand begrünen möchtest, reicht oft schon eine Pflanze pro laufendem Meter aus. Bedenke, dass der Efeu in den ersten ein bis zwei Jahren eher langsam wächst, bevor er richtig beschleunigt.
Nach dem Einpflanzen ist das gründliche Angießen entscheidend, um den Kontakt zwischen Wurzeln und Erde herzustellen. Du solltest die Erde vorsichtig festtreten, aber dabei darauf achten, die empfindlichen Wurzeln nicht zu quetschen. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Laub schützt den Boden vor dem Austrocknen und unterdrückt gleichzeitig konkurrierendes Unkraut. In den ersten Wochen musst du die Feuchtigkeit im Auge behalten, damit die Jungpflanzen nicht vertrocknen.
Der ideale Zeitpunkt für die Pflanzung
Grundsätzlich kannst du Efeu, der im Container geliefert wird, das ganze Jahr über pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist. Die besten Erfahrungen macht man jedoch mit einer Pflanzung im zeitigen Frühjahr oder im frühen Herbst. In diesen Phasen ist der Boden meist natürlich feucht und die Temperaturen sind moderat. Dies erleichtert der Pflanze die Umstellung auf den neuen Standort und reduziert den Stress.
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Eine Pflanzung im Frühjahr hat den Vorteil, dass der Efeu die gesamte Vegetationsperiode vor sich hat, um sich zu etablieren. Bis zum ersten Winter hat er dann bereits ein ausreichendes Wurzelsystem entwickelt, um Frostperioden gut zu überstehen. Du musst im Sommer jedoch konsequenter gießen, da die jungen Wurzeln noch nicht in tiefere Schichten reichen. Die wärmer werdenden Böden regen das Wurzelwachstum jedoch massiv an.
Der Herbst bietet wiederum den Vorteil, dass die Verdunstung über die Blätter geringer ist, was die Pflanze schont. Die Restwärme im Boden reicht meist aus, damit der Efeu noch vor der Ruhephase neue Wurzeln treibt. Viele Gärtner bevorzugen diesen Termin, da die herbstlichen Regenfälle die Bewässerungsarbeit fast vollständig übernehmen. Zudem startet die Pflanze im nächsten Frühjahr mit einem deutlichen Vorsprung.
Vermeide es, Efeu an extrem heißen Sommertagen oder bei praller Mittagssonne zu pflanzen. Die hohe Verdunstung kann dazu führen, dass die Blätter schlappen, noch bevor die Wurzeln Wasser aufnehmen können. Falls es sich nicht vermeiden lässt, solltest du die Pflanzen nach dem Setzen schattieren und besonders intensiv wässern. Ein bewölkter Tag ist für solche Gartenarbeiten immer die angenehmste Wahl für Mensch und Pflanze.
Vorbereitung des Bodens
Bevor die erste Pflanze in die Erde kommt, solltest du den Boden gründlich von tiefwurzelnden Unkräutern befreien. Efeu konkurriert anfangs ungern mit aggressivem Bewuchs, weshalb eine saubere Fläche den Start erheblich erleichtert. Lockere die Erde tiefgründig auf, um Verdichtungen zu lösen, die das Wurzelwachstum hemmen könnten. Ein gut belüfteter Boden ist die Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung der Pflanze.
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Die Anreicherung der Erde mit organischem Material wie Kompost oder gut verrottetem Mist ist sehr empfehlenswert. Efeu liebt nährstoffreiche Böden, die gleichzeitig eine gute Wasserhaltekapazität besitzen. Du kannst auch Hornspäne als Langzeitdünger untermischen, um die Stickstoffversorgung für die erste Zeit sicherzustellen. Eine ausgewogene Mischung sorgt dafür, dass der Boden locker bleibt und nicht so schnell verschlammt.
Bei extrem schweren Lehmböden solltest du eine Drainageschicht aus grobem Kies oder Sand im unteren Bereich des Pflanzlochs vorsehen. Staunässe ist einer der wenigen Faktoren, die dem robusten Efeu wirklich gefährlich werden können. Die Wurzeln benötigen Luft zum Atmen, was in wassergesättigten Böden unmöglich ist. Durch die Auflockerung verbesserst du die Bodenstruktur nachhaltig und schaffst ein optimales Milieu.
Sollte der Boden sehr sauer sein, kann eine moderate Gabe von Kalk sinnvoll sein, um den pH-Wert zu optimieren. Die meisten Efeu-Arten bevorzugen einen neutralen bis leicht alkalischen Bereich, in dem sie Nährstoffe am besten aufnehmen können. Ein einfacher Bodentest aus dem Fachhandel kann dir hier schnell Gewissheit verschaffen. Wenn der Boden gut vorbereitet ist, wird der Efeu es dir mit einem satten Grün danken.
Vermehrung durch Stecklinge
Die Vermehrung von Efeu ist denkbar einfach und kann fast das ganze Jahr über durchgeführt werden. Du benötigst lediglich gesunde, kräftige Triebe, die du in etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter lange Stücke schneidest. Achte darauf, dass jeder Steckling mindestens zwei bis drei Blattknoten besitzt, aus denen sich später die Wurzeln bilden. Die unteren Blätter werden entfernt, damit sie im Wasser oder in der Erde nicht faulen.
Stecklinge lassen sich sowohl in einem Wasserglas als auch direkt in Anzuchtsubstrat bewurzeln. Im Wasserglas kannst du den Fortschritt der Wurzelbildung täglich beobachten, was besonders für Anfänger spannend ist. Sobald die Wurzeln etwa drei Zentimeter lang sind, solltest du sie vorsichtig in kleine Töpfe mit Erde umsetzen. Verwende eine nährstoffarme Anzuchterde, um das Wurzelwachstum durch die Suche nach Nährstoffen zu stimulieren.
Bei der direkten Bewurzelung in der Erde steckst du die vorbereiteten Triebe einfach in feuchtes Substrat. Eine Abdeckung mit einer transparenten Folie oder einer Haube erhöht die Luftfeuchtigkeit und verhindert das Austrocknen. Stelle die Töpfe an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung bei Zimmertemperatur auf. Nach etwa zwei bis vier Wochen sollten die Stecklinge angewachsen sein und neuen Austrieb zeigen.
Verwende für die Vermehrung immer saubere und scharfe Werkzeuge, um Quetschungen an den Stielen zu vermeiden. Saubere Schnittflächen heilen schneller und reduzieren das Risiko von Infektionen durch Bakterien oder Pilze. Du kannst auf diese Weise sehr kostengünstig viele neue Pflanzen für deinen Garten oder als Geschenk herstellen. Efeu ist eine der dankbarsten Pflanzen, wenn es um die eigene Nachzucht geht.
Absenker als einfache Methode
Eine besonders natürliche und sichere Methode der Vermehrung ist das Heranziehen von sogenannten Absenkern. Dabei suchst du dir einen langen, flexiblen Trieb, der sich noch am Boden befindet oder leicht dorthin geführt werden kann. Dieser Trieb wird an einer Stelle vorsichtig angeritzt und dann fest auf den Boden gedrückt oder leicht eingegraben. Die Verbindung zur Mutterpflanze bleibt bestehen, was die Versorgung des Ablegers garantiert.
Damit der Trieb an Ort und Stelle bleibt, kannst du ihn mit einem gebogenen Draht oder einem kleinen Stein fixieren. Die Stelle sollte immer leicht feucht gehalten werden, um die Bildung neuer Wurzeln an den Blattknoten zu provozieren. Da der Absenker weiterhin von der Hauptpflanze ernährt wird, ist das Ausfallrisiko bei dieser Methode nahezu null. Es ist die ideale Vorgehensweise, wenn du eine Fläche langsam erweitern möchtest.
Nach einigen Monaten hat der Absenker ein eigenes, kräftiges Wurzelsystem entwickelt und kann von der Mutterpflanze getrennt werden. Du erkennst den Erfolg meist daran, dass der Trieb an der Spitze deutlich zu wachsen beginnt und fest im Boden verankert ist. Trenne die Verbindung mit einer scharfen Schere und lasse die junge Pflanze noch einige Zeit am Platz, um den Schock zu minimieren. Später kannst du sie mit einem Ballen ausstechen und an ihren endgültigen Standort versetzen.
Diese Methode eignet sich hervorragend für den Garten, da sie wenig Arbeit macht und sehr zuverlässige Ergebnisse liefert. Besonders im Schatten großer Bäume, wo Stecklinge oft schwerer anwachsen, sind Absenker eine tolle Alternative. Du nutzt einfach den natürlichen Ausbreitungsdrang des Efeus für deine eigenen Zwecke. So entsteht mit der Zeit ein dichter Teppich, der ganz ohne Zukauf neuer Pflanzen gewachsen ist.