Obwohl der sibirische Blaustern kaum Arbeit macht, ist der richtige Umgang mit der Schere wichtig. Ein falscher Schnitt zum falschen Zeitpunkt kann die Pflanze für Jahre schwächen. Du solltest wissen, welche Teile du entfernen darfst und was unbedingt an der Pflanze bleiben muss. Mit ein wenig Wissen förderst du die Gesundheit und die Vermehrung deiner Blumen.
Umgang mit verblühten Blütenstielen Sobald die blauen Glocken verwelkt sind, stellt sich die Frage nach dem Rückschnitt. Wenn du keine Selbstaussaat wünschst, solltest du die verblühten Stiele zeitnah entfernen. Schneide sie einfach bodennah mit einer scharfen Gartenschere oder einem Messer ab. Dies verhindert, dass die Pflanze unnötige Energie in die Produktion von Samen steckt.
Falls du jedoch möchtest, dass sich der Blaustern im Garten ausbreitet, lass die Stiele stehen. In den Kapseln reifen über mehrere Wochen die kleinen schwarzen Samen heran. Sobald die Kapseln braun und trocken werden, öffnen sie sich ganz von alleine. Die Natur übernimmt dann die Aussaat für dich völlig kostenlos und unkompliziert.
Das Entfernen der Welken Blüten sorgt zudem für ein ordentlicheres Erscheinungsbild im Gartenbeet. Die braunen Stängel stechen zwischen dem noch grünen Laub oft unschön hervor. Ein sauberer Schnitt verhindert zudem, dass bei feuchtem Wetter Grauschimmel an den alten Blüten entsteht. Es ist also auch eine Maßnahme zur allgemeinen Hygiene in deinem Blumenbeet.
Achte beim Schneiden darauf, die umgebenden grünen Blätter auf keinen Fall zu verletzen. Jedes gesunde Blatt wird noch dringend für den Nährstoffhaushalt der Zwiebel im Boden benötigt. Arbeite daher konzentriert und nimm dir Zeit für diese feine Detailarbeit im Garten. Deine Pflanzen werden es dir mit einer kräftigen Zwiebelentwicklung danken.
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Warten auf das Vergilben des Laubs Die wichtigste Regel beim Blaustern lautet: Schneide niemals das grüne Laub ab. Die Blätter sind die Kraftwerke der Pflanze, die Sonnenlicht in lebensnotwendigen Zucker umwandeln. Dieser Zucker wird in die Zwiebel transportiert und dort als Stärke für den nächsten Winter gespeichert. Wenn du das Laub grün abschneidest, verhungert die Zwiebel im Boden förmlich.
Warte geduldig, bis die Blätter von selbst gelb, dann braun und schließlich ganz trocken werden. Erst in diesem Zustand hat die Pflanze alle verfügbaren Säfte erfolgreich in die Erde zurückgezogen. Die Blätter lassen sich dann meist mit einem ganz leichten Ruck aus dem Boden lösen. Dies ist das sicherste Zeichen dafür, dass der Rückschnitt nun gefahrlos erfolgen kann.
Falls dich das welkende Laub im Beet optisch stört, gibt es kleine gärtnerische Tricks. Du kannst die gelben Blätter vorsichtig unter benachbarte Stauden schieben oder sie leicht zusammenbinden. Pflanzen wie Storchschnabel oder Frauenmantel eignen sich hervorragend, um das Welken zu kaschieren. So bleibt dein Garten ästhetisch ansprechend, während die Zwiebeln in Ruhe ihre Arbeit verrichten.
In Rasenflächen solltest du mit dem ersten Mähen warten, bis das Laub des Blausterns eingezogen ist. Wenn du die Blätter mit dem Rasenmäher zu früh kappst, verschwinden die Blumen nach wenigen Jahren. Viele Gemeinden mähen öffentliche Wiesen mit Blausternen daher erst sehr spät im Frühsommer. Dies ist der beste Weg, um dauerhafte und blühende Naturwiesen für alle zu erhalten.
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Werkzeuge und die richtige Technik Verwende für alle Schnittmaßnahmen immer saubere und vor allem scharfe Werkzeuge im Garten. Ein quetschender Schnitt mit einer stumpfen Schere schädigt die Leitungsbahnen der zarten Pflanzenstiele. Saubere Schnittflächen heilen deutlich schneller ab und bieten weniger Angriffsfläche für diverse Krankheitserreger. Eine kleine Blumenschere oder ein scharfes Taschenmesser sind für diese Zwecke ideal geeignet.
Desinfiziere deine Werkzeuge, bevor du von einer Pflanzengruppe zur nächsten wechselst. Dies verhindert die Verschleppung von eventuell vorhandenen Viren oder hartnäckigen Pilzsporen im Garten. Ein einfaches Abwischen mit einem in Spiritus getauchten Tuch ist dafür völlig ausreichend. Diese kurze Routine spart dir langfristig viel Ärger mit kranken Pflanzenbeständen.
Führe den Schnitt am besten an einem trockenen Tag durch, damit die Wunden schnell abtrocknen können. Feuchtigkeit auf frischen Schnittstellen begünstigt leider das Eindringen von Bakterien in das Pflanzengewebe. Die Nachmittagssonne hilft dabei, die kleinen Wunden der Pflanze innerhalb kürzester Zeit zu versiegeln. So bleibst du auf der sicheren Seite und förderst die Gesundheit deiner Blumen.
Nach dem Rückschnitt im Frühsommer kannst du die trockenen Pflanzenreste einfach auf den Kompost geben. Falls die Blätter jedoch Anzeichen von Krankheiten zeigten, entsorge sie lieber über den Hausmüll. Die Zwiebeln im Boden brauchen nun keine weitere Aufmerksamkeit mehr bis zum nächsten Frühling. Du hast deine Arbeit für diese Saison erfolgreich und fachgerecht abgeschlossen.