Da diese faszinierende Kletterpflanze aus den tropischen Regionen Südamerikas stammt, besitzt sie keinerlei Frosthärte und muss zwingend drinnen überwintert werden. Schon leichte Minusgrade können dauerhafte Frostschäden am Holz verursachen oder die Pflanze komplett abtöten. Der rechtzeitige Umzug in ein sicheres Winterquartier im Herbst ist daher eine der wichtigsten Aufgaben im gartenjährigen Zyklus. Eine sorgfältige Vorbereitung stellt sicher, dass die Pflanze die kalte Jahreszeit unbeschadet übersteht.
Für die erfolgreiche Überwinterung stehen dem Gärtner grundsätzlich zwei verschiedene Strategien zur Verfügung, die sich nach den Lichtverhältnissen richten. Eine kühle und helle Überwinterung bei Temperaturen um die zehn Grad Celsius gilt als die idealste Methode. Steht kein heller Raum zur Verfügung, kann die Pflanze auch komplett dunkel und kühl überwintert werden. In diesem Fall muss die Temperatur jedoch konstant zwischen fünf und sieben Grad liegen, um den Stoffwechsel komplett herunterzufahren.
Der abrupte Laubabwurf beim Einzug in das Winterquartier ist eine völlig normale Reaktion auf das veränderte Lichtangebot und kein Grund zur Panik. Die Pflanze schützt sich dadurch selbst vor dem Vertrocknen, da über die Blätter keine Feuchtigkeit mehr verdunsten kann. Ein nackter Strauch im Winter sieht zwar trostlos aus, signalisiert aber lediglich den tiefen Ruhezustand. In dieser Phase verharrt das Gewächs, bis die Tage im Frühling wieder spürbar länger werden.
Während der Monate im Haus erhöht sich das Risiko für einen Schädlingsbefall durch die trockene Heizungsluft drastisch. Besonders Spinnmilben und Wollläuse nutzen die Schwächephase der Pflanze im Winterquartier schamlos aus. Eine wöchentliche Kontrolle der verholzten Triebe und Astachseln ist daher auch im Winter absolute Pflicht. Sollten Schädlinge entdeckt werden, muss sofort gehandelt werden, um eine Ausbreitung im Raum zu verhindern.
Die wahl des passenden winterquartiers
Ein ungeheizter Wintergarten oder ein kühles Gewächshaus bieten die absolut besten Voraussetzungen für ein optimales Überwinterungsmilieu. Hier profitiert die Pflanze von maximalem Tageslicht bei gleichzeitig niedrigen Temperaturen, was den natürlichen Rhythmus perfekt unterstützt. Ist dies nicht vorhanden, eignen sich auch kühle Treppenhäuser, Garagen mit Fenstern oder Kellerräume im Haus. Wichtig is, dass die gewählten Räume absolut frostfrei bleiben, selbst in extremen Frostnächten.
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Wohnräume, die im Winter beheizt werden, sind für die Überwinterung dieser Kletterpflanze gänzlich ungeeignet. Die Kombination aus hoher Temperatur und winterlichem Lichtmangel führt unweigerlich zu dem gefürchteten Vergeilen der Triebe. Die Pflanze bildet dabei lange, dünne und kraftlose Äste aus, die extrem anfällig für Krankheiten sind. Zudem wird durch die fehlende Ruhephase die Blütenbildung im darauffolgenden Sommer massiv unterdrückt.
Die Temperatur im Quartier sollte im Idealfall mit einem Maxima-Minima-Thermometer kontinuierlich untersucht werden. Plötzliche Temperaturschwankungen nach oben können die Pflanze zu früh aus dem Winterschlaf wecken und den Austrieb provozieren. Sinkt die Temperatur dagegen unter den Gefrierpunkt, droht der Verlust der gesamten oberirdischen Biomasse. Eine konstante und kühle Temperaturführung ist der Schlüssel zu einer stressfreien Überwinterung.
Der Topf sollte im Winterquartier niemals direkt auf einem kalten Stein- oder Betonboden platziert werden. Kalte Füße blockieren die Restaktivität der Wurzeln und können zu gesundheitlichen Problemen führen. Eine Unterlage aus Styropor, Holz oder einer dicken Korkplatte schützt den Topfboden effektiv vor der aufsteigenden Kälte. Diese kleine, aber wirkungsvolle Maßnahme erhöht den Komfort für das Wurzelsystem spürbar.
Pflegeanpassungen während der ruhezeit
In der winterlichen Ruhephase muss die Pflege auf ein absolutes Minimum heruntergefahren werden, um die Pflanze nicht zu stören. Das Düngen wird komplett eingestellt, da die Pflanze in dieser Zeit keinerlei zusätzliche Nährstoffe verarbeiten kann. Eine Düngergabe im Winter würde die Wurzeln schädigen und zu Fehlwachstum führen. Erst im kommenden Frühjahr, wenn das Wachstum wieder einsetzt, wird der Dünger wieder benötigt.
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Das Gießen beschränkt sich darauf, den Wurzelballen vor dem vollständigen und dauerhaften Austrocknen zu bewahren. Ein kleiner Schluck Wasser alle drei bis vier Wochen reicht bei kühler Überwinterung meist völlig aus. Die Fingerprobe im Substrat bleibt auch jetzt das wichtigste Kontrollinstrument für den Feuchtigkeitsgehalt. Ist die Erde tief im Topf noch leicht feucht, wird auf keinen Fall nachgegossen.
Ein regelmäßiges Lüften des Winterquartiers an frostfreien Tagen ist wichtig, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und Schimmelbildung zu vermeiden. In geschlossenen, stickigen Räumen breiten sich Pilzsporen ansonsten sehr schnell auf der Erdoberfläche aus. Der Luftaustausch sollte jedoch ohne direkte Zugluft auf die Pflanze erfolgen. Ein sanfter, frischer Luftstrom belebt die Umgebung und hält das Raumklima gesund.
Sollten während des Winters einzelne Triebe eintrocknen oder absterben, können diese jederzeit vorsichtig herausgeschnitten werden. Dies schafft Ordnung im Geäst und verhindert, dass sich Grauschimmel auf dem toten Holz ansiedelt. Der eigentliche, große Formschnitt sollte jedoch bis zum Ende der Winterruhe im Frühjahr aufgespart werden. Das winterliche Herumschneiden sollte sich wirklich nur auf absolut notwendige Korrekturen beschränken.
Die rückkehr in den garten im frühjahr
Der Auszug aus dem Winterquartier markiert den Beginn eines neuen, aufregenden Gartenjahres für die Pflanze. Dieser Schritt sollte jedoch nicht zu früh erfolgen, da späte Nachtfröste im April und Mai sehr gefährlich sind. Die Eisheiligen Mitte Mai gelten traditionell als der sicherste Termin für das dauerhafte Aufstellen im Freien. Wer über ein fahrbares Pflanzgefäß verfügt, kann die Pflanze an warmen Frühlingstagen tagsüber bereits stundenweise herausstellen.
Bevor die Pflanze ihren endgültigen Sonnenplatz einnimmt, muss sie zwingend an das ultraviolette Licht gewöhnt werden. Die Blätter, die sich im Winterquartier neu gebildet haben, besitzen noch keine schützende Wachsschicht gegen Sonnenbrand. Ein schattiger Platz unter einem Baum oder einer Markise für die ersten ein bis zwei Wochen ist ideal. Wird dieser Schritt übersprungen, verbrennen die Blätter unweigerlich und färben sich weißlich-grau.
Mit dem Auszug wird auch die Wasserzufuhr langsam, aber kontinuierlich wieder an den steigenden Bedarf angepasst. Das Substrat darf nun wieder gleichmäßiger feucht gehalten werden, ohne jedoch in Staunässe zu verfallen. Die steigenden Temperaturen regen die Wurzelaktivität an, und die Pflanze beginnt sichtlich zu leben. Nun ist auch der perfekte Zeitpunkt gekommen, um mit den ersten leichten Düngergaben zu starten.
Ein genauer Blick auf den Neuaustrieb zeigt schnell, ob die Überwinterung ein voller Erfolg war. Die kräftigen, grünen Spitzen schieben sich zügig aus den schlafenden Augen des alten Holzes hervor. Sollten der Austrieb sehr zögerlich verlaufen, kann ein warmer Regenschauer oder ein sanftes Überbrausen mit lauwarmem Wasser den Prozess beschleunigen. Die Pflanze schüttelt so den Winterstaub ab und startet voller Energie in die neue Saison.