Die meisten etablierten Sorten verfügen über eine ausgezeichnete Frosthärte und überstehen den Winter im Freiland meist problemlos. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben beim ersten starken Frost ab und bilden eine natürliche Schutzschicht. Das eigentliche Leben zieht sich in die unterirdischen Rhizome zurück, die gut geschützt im Boden ruhen. Dennoch können extreme Frostperioden ohne Schneedecke zu Schäden an den flach verlaufenden Wurzeln führen.
In rauen Lagen oder bei sandigen Böden friert das Erdreich besonders tief durch. Hier ist das Risiko von Auswinterungsschäden deutlich höher als in milden Weinbauregionen. Ein feuchter, schwerer Boden speichert die Wärme etwas besser, neigt aber bei Frost zum Heben. Dieses Heben kann die flachen Wurzeln zerreißen und den Austrieb im Frühjahr schwächen.
Junge Pflanzen, die erst im Spätherbst gesetzt wurden, haben noch kein tiefes Wurzelsystem entwickelt. Sie benötigen im ersten Winter besondere Aufmerksamkeit und einen zusätzlichen Schutz durch den Gärtner. Ein verfrühter Austrieb an milden Januartagen kann durch plötzliche Spätfröste ebenfalls gefährdet werden. Daher sollte man die Wetterentwicklung im Winter stets im Auge behalten.
Die natürliche Schneedecke ist der beste und effektivste Winterschutz, den man sich wünschen kann. Der Schnee isoliert den Boden perfekt und hält extreme Minusgrade von den Wurzeln fern. Bleibt der Schnee aus, spricht man von Kahlfrost, der für viele Pflanzen gefährlich wird. In solchen Phasen muss der Mensch regulierend eingreifen, um Schäden abzuwenden.
Schutzmaßnahmen für das Beet vor dem ersten Frost
Vor dem Einbruch des Winters empfiehlt sich ein leichtes Einkürzen der abgetrockneten Stängel. Man sollte die Pflanze jedoch nicht komplett bodennah abschneiden, da die alten Triebe noch Schutz bieten. Das herbstliche Laub, das von umliegenden Bäumen auf das Beet fällt, kann gerne liegen gelassen werden. Es dient als natürliche Isolationsschicht gegen die eisigen Winde.
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Eine zusätzliche Abdeckung mit Fichten- oder Tannenreisig schützt das Beet hervorragend vor der Wintersonne. Die Wintersonne kann bei gefrorenem Boden zu einer vorzeitigen Erwärmung der Pflanzenteile führen. Das regt den Säftefluss an, was bei anschließendem Nachtfrost zu schweren Frostschäden führt. Das Reisig bricht die Sonnenstrahlen und hält die Temperatur im Beet konstant.
Auch reifer Kompost kann im Spätherbst flach auf dem Beet verteilt werden. Diese Schicht schützt nicht nur die flachen Rhizome, sondern liefert im Frühjahr sofort Nährstoffe. Das Material sollte nicht eingearbeitet, sondern lediglich lose aufgeschüttet werden. Das schont die empfindlichen Wurzeln, die dicht unter der Oberfläche verlaufen.
Ein windgeschützter Standort im Garten verringert die Verdunstung über die verbleibenden Pflanzenteile im Winter. Trockene Ostwinde sind oft gefährlicher für die Pflanzen als die eigentlichen Minusgrade. Wer sein Kräuterbeet an einer schützenden Hecke oder Hauswand anlegt, spart sich viel Winterschutzarbeit. Die Natur bietet oft selbst die besten Lösungen für den Frostschutz.
Überwinterung von Topfpflanzen im Innen- und Außenbereich
Pflanzen, die im Topf kultiviert werden, sind dem Frost deutlich schutzloser ausgeliefert als ihre Artgenossen im Beet. Das geringe Erdvolumen friert innerhalb weniger Stunden vollständig durch, was die Wurzeln schädigt. Daher dürfen Töpfe niemals ungeschützt im Freien auf dem nackten Boden stehen bleiben. Ein geschützter Platz an der Hauswand ist der Mindestschutz für den Winter.
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Der Topf sollte im Außenbereich mit Luftpolsterfolie, Jute oder Kokosmatten dick eingewickelt werden. Das Aufstellen auf eine Styroporplatte isoliert das Gefäß wirksam gegen die aufsteigende Kälte des Bodens. Eine Schicht aus trockenem Laub auf der Erde schützt den oberen Wurzelbereich. So präpariert überstehen die Kräuter auch knackige Frosttage im Freien.
Alternativ können die Töpfe in einem kühlen, unbeheizten Raum wie einer Garage oder einem Keller überwintern. Der Raum sollte frostfrei sein, benötigt aber nicht zwingend viel Licht, da die Pflanze komplett einzieht. Zu warme Räume wie das beheizte Wohnzimmer sind völlig ungeeignet und führen zu Geilwuchs. Die Pflanzen verkümmern dann schnell und werden anfällig für Spinnmilben.
Im zeitigen Frühjahr, ab März, können die Töpfe wieder an ihren Sommerplatz geholt werden. Das Entfernen des Winterschutzes sollte an einem trüben Tag geschehen, um Sonnenbrand zu vermeiden. Ein sanfter Anguss weckt die Lebensgeister und regt den frischen Austrieb an. Nach wenigen Wochen zeigt sich das gewohnte, kräftige Grün im Topf.
Die Pflege und der Wasserbedarf während der Ruhephase
Ein häufiger Fehler im Winter ist das vollständige Vergessen des Gießens bei ruhenden Pflanzen. Auch im Winter verdunstet Wasser über den Boden und die Pflanzenteile, wenn auch in geringem Maße. Viele Pflanzen erfrieren im Winter nicht, sondern sie vertrocknen schlichtweg aufgrund von Wassermangel. Man nennt dieses Phänomen in der Fachsprache auch Frosttrocknis.
Das Gießen im Winter darf ausschließlich an frostfreien Tagen durchgeführt werden. Das Wasser sollte zimmertemperiert sein und nur in kleinen Mengen verabreicht werden. Gefriert das Gießwasser direkt im Anschluss im Boden, werden die Wurzeln massiv geschädigt. Ein leicht feuchtes Substrat reicht vollkommen aus, um das Überleben zu sichern.
Eine Düngung ist während der gesamten Ruhephase absolut tabu und schadet den Pflanzen nachhaltig. Die Nährstoffe können mangels Wachstum nicht aufgenommen werden und versalzen das Substrat. Erst wenn im Frühjahr die ersten grünen Spitzen austreiben, steigt der Nährstoffbedarf wieder an. Bis dahin sammelt das Kraut seine Kräfte im Verborgenen.
Nach dem Winter zeigt sich schnell, welche Pflanzenteile den Frost nicht überstanden haben. Diese vertrockneten oder matschigen Reste werden im April sauber zurückgeschnitten. Das schafft Licht und Luft für den gesunden Neuaustrieb aus der Basis. Mit der steigenden Wärme erwacht das Beet zu neuem, intensivem Leben.